Eine Software für Coaches soll Klienten verwalten und Sitzungen vorbereiten. Coach by PCG geht einen Schritt weiter: Im Gespräch selbst geben Sie Werkzeuge frei, und Ihr Klient sieht sie auf seinem Handy in dem Moment, in dem Sie es tun. Dieser Artikel erklärt, wie das funktioniert, was in welchem Tarif steckt und wofür die Software nicht gedacht ist.
Video zum Artikel: Der Rundgang durch Coach by PCG (rund acht Minuten) erscheint an dieser Stelle, sobald die Langfassung veröffentlicht ist.
Wo Verwaltung und Gespräch heute auseinanderfallen
Viele Coaches führen ihre Praxis mit mehreren Werkzeugen nebeneinander: Die Klientenliste steht in einer Tabelle, die Notizen in einem anderen Programm, Methoden wie Skalierung oder Systembrett liegen auf Papier, auf dem Flipchart oder in einem Whiteboard-Tool. Im Online-Gespräch wird dann der Bildschirm geteilt, und der Klient schaut zu, statt mitzuarbeiten.
Das funktioniert, kostet aber Aufmerksamkeit. Wer zwischen drei Fenstern wechselt, ist in dieser Zeit nicht beim Klienten. Und aus verstreuten Notizen lässt sich schwer ablesen, was über mehrere Sitzungen hinweg passiert ist. Genau an dieser Stelle setzt Coach by PCG an: Klienten, Sitzungen und die Werkzeuge im Gespräch liegen an einem Ort.
Hinzu kommt eine Frage, die viele Coaches kennen: Was bewirkt meine Arbeit eigentlich über mehrere Sitzungen hinweg? Wer Verlauf, Notizen und Werkzeuge nicht zusammenführt, hat dafür nur seine Erinnerung und einzelne Zettel. Eine Struktur ersetzt kein Urteil, aber sie macht den Verlauf einer Begleitung überhaupt erst sichtbar.
Klienten und Akten: die Grundlage
Den Anfang bildet die Klientenliste. Jeder Klient wird mit einem Code, Tags und einem Status geführt, die Liste lässt sich nach diesen Merkmalen filtern. In der Klientenakte finden Sie den Verlauf der Sitzungen, Ihre übergreifenden Notizen und die nächsten Schritte. Die Notizen werden beim Schreiben gespeichert, ein Kalender erinnert Sie an Termine. Für die Sitzung selbst gibt es Vorlagen mit Phasen und Agenda, damit Sie nicht jedes Mal bei null beginnen: Sie wählen Vorlage und Werkzeuge, bereiten die Sitzung vor und gehen mit einem Plan ins Gespräch, der sich unterwegs anpassen lässt.
Die Live-Sitzung: ein Raum, zwei Geräte
Das Besondere an Coach by PCG ist das Sitzungs-Cockpit. Sie öffnen die Sitzung, wählen ein Werkzeug, etwa eine Skalierung von null bis zehn, und geben es frei. Ihr Klient tritt per Code oder QR-Code bei, im Browser seines Handys und ohne eigenes Konto. Auf seinem Gerät erscheint genau das Werkzeug, das Sie freigegeben haben.
Der Ablauf in drei Schritten:
- Sie starten die Sitzung im Cockpit. Dabei entstehen ein Code und ein QR-Code für den Beitritt.
- Der Klient scannt den QR-Code oder gibt den Code ein und landet in demselben Raum.
- Sie wählen Werkzeug und Frage und geben beides frei. Der Klient arbeitet auf seinem Gerät mit.
Beide Seiten sehen dieselbe Ansicht im selben Raum. Stellt der Klient auf dem Handy den Regler ein, zieht die Zahl in Ihrem Cockpit sofort mit. Bei manchen Werkzeugen bedient der Klient mit, bei anderen sieht er Ihre Ansicht mit. Die Führung bleibt bei Ihnen: Sie können Freigaben pausieren und zurücknehmen.
Zwei Hinweise gehören dazu. Der Beitritt klappt nur bei einer laufenden Sitzung. Nach dem Beenden sperrt der Link, lässt sich aber über „Reaktivieren“ wieder öffnen. Und die Zahl der gleichzeitigen Personen hängt vom Tarif ab: In Start sind es zwei (Sie und ein Klient), in Plus drei, in Pro gibt es keine Grenze. Die erweiterten Werkzeuge, darunter Systembrett und Aufstellung, sind ab Plus freigeschaltet. Die Skalierung steht in allen Tarifen bereit.
Workshops für Gruppen und hybride Termine
Für Gruppen gibt es den Workshop-Modus, etwa für Coaches mit Gruppenformaten oder für HR-Abteilungen mit verteilten Teams. Sie legen einen Workshop an, starten ihn und teilen einen Join-Code. Die Teilnehmenden treten im Browser bei. Im Cockpit steuern Sie Folien und interaktive Werkzeuge wie Wortwolke, Umfrage und Voting, die Ergebnisse erscheinen bei allen live. Sie sehen im Cockpit, was die Gruppe gerade denkt, und können sofort reagieren: nachfragen, vertiefen oder das Werkzeug wechseln.
Bei hybriden Terminen sitzen einige im Raum und andere online. Alle arbeiten im selben Werkzeug, niemand schaut nur zu. Wie solche Formate gelingen, beschreibt der Beitrag Hybrid-Workshops: Best Practices. Workshops sind ab Plus verfügbar, mit bis zu 20 Teilnehmenden. In Pro gibt es keine Obergrenze.
KI-Unterstützung und was mit Ihren Daten geschieht
Coach by PCG bietet KI-Funktionen für die Sitzungsvorbereitung, für einen Recap nach der Sitzung (Worum ging es, Erkenntnisse, nächste Schritte), für Vorschläge zu Werkzeugen und für Hausaufgaben. Welche Funktion in welchem Tarif enthalten ist, zeigt die Tarifübersicht in der App. Die KI ersetzt weder Ihre Urteilskraft noch Ihre Supervision.
Wichtig für Ihre Entscheidung: Die KI-Funktionen nutzen den Dienst von Anthropic. Schalten Sie eine Funktion ein, werden die dafür verwendeten Inhalte dorthin übermittelt, je nach Funktion Ihre Sitzungsnotizen und Transkripte. Die Funktionen sind einzeln schaltbar. Was Sie nicht übermitteln möchten, lassen Sie ausgeschaltet. Bedenken Sie außerdem, was Ihre Klienten über den Einsatz wissen sollen.
Drei typische Abläufe
Vorbereiten und nachbereiten. Sie öffnen die Akte, lesen Verlauf und offene Punkte, gehen in die Sitzung und halten danach Notizen und nächste Schritte fest, auf Wunsch mit KI-Recap.
Die hybride Einzelsitzung. Der Klient sitzt woanders. Sie geben eine Skalierung oder ein Systembrett frei, und er arbeitet auf dem Handy mit.
Der Gruppen-Workshop. Sie starten den Workshop, die Gruppe tritt per Join-Code bei, und Wortwolke oder Voting machen sichtbar, wo die Gruppe steht.
Für wen Coach by PCG gedacht ist und für wen nicht
Gedacht ist Coach by PCG für Coaches mit eigener Praxis, die online oder hybrid arbeiten und ihre Methoden im Gespräch sichtbar machen möchten. Ebenso für Moderatorinnen und Moderatoren von Gruppenformaten, auch aus HR-Abteilungen, die den Workshop-Modus ab Plus nutzen.
Ehrliche Abgrenzung: Coach by PCG ist kein Programm für Rechnungen und Verträge. Es gibt in der App kein Rechnungsmodul und keine Vertragsverwaltung. Die Abrechnung übernimmt Kontor by PCG, das derzeit in der Pilotphase ist. Ebenso ist Coach by PCG ein Werkzeug für Coaching, keine Software für Therapie oder klinische Dokumentation.
Die Arbeitsteilung ist bewusst einfach: Coach by PCG begleitet das Gespräch und die Praxis, Kontor by PCG ist für Kontingente, E-Rechnung und Mahnwesen gedacht. Es sind getrennte Produkte mit eigenen Tarifen.
Wer in Sitzungen grundsätzlich keine digitalen Werkzeuge teilen möchte, braucht die Live-Funktionen nicht. Die Verwaltung allein ist dann ein kleiner Teil dessen, wofür Coach by PCG gebaut wurde.
Tarife und Grenzen im Überblick
Ein Token entspricht 120 Minuten Sitzungszeit. Stand Oktober 2026, jeweils pro Monat:
- Start, 19 Euro: 8 Tokens, bis zu 3 Geräte, Sitzungen mit einem Klienten, keine Workshops.
- Plus, 49 Euro: 25 Tokens, bis zu 5 Geräte, Sitzungen mit zwei Klienten, Workshops bis 20 Teilnehmende, erweiterte Werkzeuge.
- Pro, 129 Euro: 80 Tokens, bis zu 10 Geräte, unbegrenzte Teilnehmerzahl, Netzwerkfunktion.
Als Jahresabo kosten die Tarife 190, 490 und 1.290 Euro. Die Netzwerkfunktion in Pro richtet sich an Coaches, die Klienten über PCG vermittelt bekommen möchten: Die Provision von 22 Prozent fällt nur auf vermittelte und durchgeführte Sitzungen an, eigene Klienten bleiben provisionsfrei. Die Freischaltung folgt nach einem persönlichen Kennenlerngespräch. Die aktuelle Übersicht finden Sie im Preisabschnitt der Coach-Seite.
Fünf Fragen, die Sie jeder Coaching-Software stellen sollten
Unabhängig vom Anbieter lohnt sich ein nüchterner Blick, bevor Klientendaten in ein Werkzeug wandern:
- Welche Inhalte verlassen das System, und an wen gehen sie?
- Wie kommt der Klient hinein: mit Konto, mit Link oder mit Code?
- Was geschieht mit den Daten, wenn Sie kündigen: Export und Löschung?
- Wie wächst der Preis mit Klienten, Sitzungen und Teilnehmenden?
- Was kann die Software ausdrücklich nicht?
Zu den Punkten 1, 2, 4 und 5 finden Sie die Antworten für Coach by PCG in diesem Artikel. Zu Punkt 3 nennt die Coach-Seite eine Export- und Löschmöglichkeit. Prüfen Sie sie im Test, bevor Sie echte Klientendaten eintragen.
Zwei Wochen kostenlos testen
Der Test dauert zwei Wochen, ohne Kreditkarte, mit den Funktionen der Start-Variante. Sie registrieren sich mit Ihrer E-Mail-Adresse und erhalten einen Anmeldelink. Die Live-Sitzung mit einem Klienten lässt sich damit vollständig ausprobieren. Workshops und erweiterte Werkzeuge gehören erst zu Plus.
So nutzen Sie die zwei Wochen sinnvoll: Legen Sie einen Test-Klienten an, starten Sie eine Sitzung und treten Sie mit Ihrem eigenen Handy über den QR-Code bei. Geben Sie eine Skalierung frei und bewegen Sie den Regler auf dem Handy. Nach zehn Minuten wissen Sie, ob der Ablauf zu Ihrer Art zu arbeiten passt.
Coach by PCG zwei Wochen kostenlos testen