Du führst andere, aber mit wem sortierst du deine eigenen Gedanken? Synapse by PCG ist eine App, die Führungskräften dafür eine feste Struktur gibt: ein Kompass-Check, kurze Reflexionen im Alltag und ein Begleiter, der nachfragt. Dieser Artikel erklärt, wie das funktioniert, was es kostet und wofür Synapse nicht gedacht ist.
Video zum Artikel: Der Rundgang durch Synapse by PCG (rund acht Minuten) erscheint an dieser Stelle, sobald die Langfassung veröffentlicht ist.
Warum Selbstreflexion im Führungsalltag oft ein Vorsatz bleibt
Die meisten Führungskräfte würden sagen, dass Reflexion wichtig ist. Trotzdem passiert sie selten regelmäßig. Der Tag besteht aus Entscheidungen, Gesprächen und Terminen, und für die eigenen Gedanken bleibt der Rest, meist abends oder gar nicht.
Drei Dinge fehlen im Alltag typischerweise. Erstens ein Gegenüber, das ehrlich nachfragt: Im Team, gegenüber der Geschäftsführung oder im Kollegenkreis sagt man nicht alles. Zweitens eine Struktur, denn ohne feste Fragen wird aus Reflexion schnell Grübeln. Und drittens Nähe: Ein Coaching findet im besten Fall alle paar Wochen statt, zwischen den Terminen liegt der eigentliche Alltag.
Genau in diese Lücke zielt Synapse by PCG. Die App versteht sich als Coaching-Companion: ein Begleiter zwischen den Gesprächen, kein Ersatz für Coaching und keine Therapie. Warum regelmäßige Reflexion überhaupt ein Führungsthema ist, beschreibt der Beitrag Reflexionspraxis als Führungskompetenz.
Der Kompass-Check: zwölf Fragen, vier Dimensionen
Den Einstieg bildet der Kompass-Check. Er beruht auf dem PCG-Kompass, dem Modell von Performance.Consulting by Gaß, das Führung in vier Dimensionen ordnet. In der App heißen sie Selbstführung und Klarheit, Rolle und Haltung, Kommunikation und Wirkung sowie Anleitung und Transfer.
Der öffentliche Check funktioniert ohne Konto und ohne Zahlungsdaten. Du öffnest die App, überspringst den Vorspann und startest den Test. Er stellt zwölf Fragen, je drei zu einer der vier Dimensionen, und dauert nach Angabe der App etwa zwei Minuten.
Am Ende steht eine Auswertung: ein Balken je Dimension und ein Gesamtwert. Das ist eine Momentaufnahme, kein Urteil über dich. Interessant wird sie, wenn ein Wert deutlich unter den anderen liegt. Dann hast du einen konkreten Anlass, hinzuschauen, statt dich allgemein zu fragen, wie es gerade läuft.
Mit Konto: Tagescheck und Verlauf
Wer ein Konto anlegt, erhält den Check zusätzlich in einer kurzen Fassung. Nach Beschreibung der App sind es vier Fragen für den Tag. Der Vorteil liegt im Verlauf: Ein einzelner Wert sagt wenig, die Entwicklung über mehrere Tage sagt mehr. Du siehst, ob eine Dimension stabil bleibt oder abfällt und was sich in einer Woche verändert hat.
Wie weit der Verlauf zurückreicht, hängt vom Tarif ab. Die genaue Staffelung zeigt die Preisliste in der App.
Nyx: der Begleiter in Kauzgestalt
Der zweite Bereich ist der Chat mit Nyx. Nyx ist der Begleiter der App und erscheint als Kauz. Du schreibst, was dich beschäftigt, und Nyx fragt nach. Welche Fragen das genau sind, hängt von deinem Text ab. Je nach Gesprächslage ändert sich die Darstellung des Kauzes, er wirkt etwa zuhörend, nachdenklich oder ruhig.
Wichtig für deine Entscheidung: Die Antworten kommen von einem externen KI-Dienst. Laut Datenschutzerklärung der App werden deine Chat-Nachrichten dafür an Anthropic übermittelt. Der Chat ist also kein rein lokaler Raum. Schreibe nichts hinein, was du dort nicht sehen möchtest, und verzichte auf Namen Dritter, wenn du sie nicht preisgeben willst.
Mikro-Reflexion und Wochenbilanz
Nach Beschreibung der Produktseite ist Synapse für kurze Momente gedacht, nicht für lange Sitzungen. Vor einem schwierigen Gespräch sind etwa 60 Sekunden vorgesehen, um festzuhalten, was du erreichen möchtest und worauf du achten willst. Nach einer wichtigen Entscheidung sind es etwa 90 Sekunden, um zu sortieren, was gut lief und was du anders machen würdest. Wie solche kleinen Einheiten im Alltag funktionieren, beschreibt der Beitrag Microlearning für Führungskräfte.
Am Wochenende beschreibt die Produktseite eine Wochenbilanz: eine kompakte Auswertung dessen, was du über die Woche festgehalten hast. Im Pro-Tarif lässt sie sich mit einem Coach teilen. Ob und in welcher Form dir die Wochenbilanz in deinem Tarif angezeigt wird, siehst du nach der Anmeldung in der App.
Selbsttests: ein Katalog für die Vertiefung
Neben dem Kompass-Check gibt es Selbsttests. Die Produktseite nennt 22. Die App ordnet sie in drei Gruppen: Quick-Checks für den Tag, Praxis-Checks für die Woche und Tiefenmessungen für das Monatsende. Welche davon in welchem Tarif enthalten sind, zeigt die Preisliste in der App.
Ein Selbsttest ist ein Anstoß zum Nachdenken. Er ersetzt weder eine Diagnostik noch ein Assessment, und er sagt nichts darüber, wie andere dich erleben. Dafür braucht es das Gespräch mit Menschen, die dich kennen.
Drei typische Abläufe
Am Morgen. Du machst den kurzen Kompass-Check und siehst, in welcher Dimension dein Wert gerade am niedrigsten liegt. Daraus nimmst du dir eine Sache für den Tag vor, zum Beispiel im Teamgespräch zuerst nachzufragen, bevor du entscheidest.
Vor einem schwierigen Gespräch. Du schreibst Nyx in zwei, drei Sätzen, worum es geht, und beantwortest die Rückfragen. Nach einer Minute weißt du, was du erreichen möchtest und worauf du achten willst.
Am Wochenende. Du schaust auf den Verlauf, erkennst ein Muster und nimmst dir eine Frage für die nächste Woche mit.
Diese Abläufe sind Beispiele für den Einsatz, keine gemessenen Ergebnisse. Ob sie zu deinem Alltag passen, zeigt nur der Versuch.
So nutzt du die ersten zwei Wochen
Ein Werkzeug für Reflexion wirkt nur, wenn es in den Alltag passt. Deshalb lohnt es sich, den Test bewusst zu gestalten, statt die App gelegentlich zu öffnen und wieder zu vergessen.
Wähle eine feste Zeit, zum Beispiel den Kaffee vor dem ersten Termin, und mache an diesen Tagen den kurzen Check. Notiere dir danach in einem Satz, was du heute anders machen möchtest. Probiere in der zweiten Woche genau einmal die Reflexion vor einem Gespräch aus, das dir wichtig ist, und schau am Freitag auf den Verlauf.
Am Ende der zwei Wochen stellst du dir drei Fragen: Hast du die App genutzt, auch an stressigen Tagen? Hat dir eine Frage etwas gezeigt, das du vorher nicht gesehen hast? Und würdest du dafür weiter Zeit einplanen? Wenn die Antworten Nein lauten, hast du ohne Kosten gelernt, dass dieses Format nicht zu dir passt. Das ist ein brauchbares Ergebnis.
Für wen Synapse gedacht ist und für wen nicht
Gedacht ist Synapse für Führungskräfte, die regelmäßig und strukturiert über sich nachdenken möchten und dafür zwischen Coachings oder auch ohne Coach einen Begleiter suchen. Du kannst die App allein nutzen. Wer einen Coach hat, kann im Pro-Tarif die Wochenbilanz mit ihm teilen. Die Produktseite verweist dafür auf Coaches im PCG-Netzwerk, die mit Coach by PCG arbeiten.
Ehrliche Abgrenzung: Synapse ist kein Ersatz für Coaching und keine Therapie. Wenn es dir akut schlecht geht, gehört ein Mensch an deine Seite, etwa deine Hausärztin, ein Psychotherapeut oder die Telefonseelsorge. Die Produktseite beschreibt ein Frühwarnsystem, das auf Belastungssignale reagiert. Das ist ein Hinweis in der App, keine Diagnose und keine Garantie.
Nichts für dich ist Synapse auch, wenn deine Gedanken nicht an einen externen KI-Dienst gehen sollen. Dann ist der Chat mit Nyx nicht das richtige Werkzeug. Der Kompass-Check und der Verlauf funktionieren unabhängig davon.
Was mit deinen Eingaben geschieht
Reflexion lebt davon, dass du ehrlich bist. Deshalb lohnt sich der Blick in die Datenschutzerklärung der App, bevor du persönliche Inhalte eintippst. Dort steht unter anderem, dass die Chat-Nachrichten für die KI-Antworten an Anthropic übermittelt werden und dass Ergebnisse gespeichert bleiben, bis du sie oder dein Konto löschst. Die Produktseite verspricht außerdem, dass Arbeitgeber und andere Nutzer deine Reflexionen nicht sehen und dass Synapse keine Daten verkauft.
Prüfe die Angaben vor der ersten persönlichen Eingabe selbst. Den anonymen Kompass-Check kannst du ohne Konto ausprobieren, bevor du dich entscheidest.
Tarife im Überblick
Synapse gibt es in drei bezahlten Tarifen, Stand Oktober 2026, jeweils pro Monat:
- Start, 5 Euro: laut Produktseite Kompass-Check und Basis-Reflexion, gedacht zum Kennenlernen.
- Plus, 19 Euro: zusätzlich tägliche KI-Reflexion, vollständiger Kompass, Wochenrückblick und unbegrenzte Notizen.
- Pro, 39 Euro: zusätzlich Coach-Begleitung auf Abruf und persönliche Kompass-Sessions.
Es gibt keine Mindestlaufzeit, du kannst jederzeit kündigen. Zum Einstieg lässt sich die App zwei Wochen kostenlos testen, ohne Kreditkarte. Die Tarifübersicht in der App nennt zusätzlich, wie viele Nachrichten mit Nyx und wie viel Verlauf in welchem Tarif enthalten sind. Die aktuelle Übersicht findest du im Preisabschnitt der Synapse-Seite.
Der Einstieg: zwei Minuten, kein Konto
Der niedrigste Einstieg ist der anonyme Kompass-Check. Du brauchst dafür kein Konto, keine E-Mail-Adresse und keine Zahlungsdaten. Öffne die App, überspringe den Vorspann und tippe auf den Knopf zum kostenlosen Test. Beantworte die zwölf Fragen so, wie es heute zutrifft, nicht so, wie es sein sollte.
Danach hast du ein Bild: vier Balken und einen Gesamtwert. Frage dich einmal, welcher Wert dich überrascht und welcher dich bestätigt. Mehr braucht ein erster Durchlauf nicht. Ob du danach ein Konto möchtest, kannst du in Ruhe entscheiden.
Den anonymen Kompass-Check ausprobieren